ELIANT steht für Menschen, die in einem Europa mit kultureller Vielfalt und freier Wahlmöglichkeit leben wollen:

in Erziehungsfragen, Wirtschafts- und Sozialreformen, ökologischer Landwirtschaft, Komplementär- und Integrativmedizin.

Am 25. März 2021 hat das Europäische Parlament mit überwältigender Mehrheit den Bericht "Shaping digital education policy" angenommen. Darin spiegelt sich die gemeinsame Lobbyarbeit der Alliance ELIANT und unserem Mitglied European Council for Steiner Waldorf Education (ECSWE) weitgehend wieder, viele unserer Vorschläge wurden aufgegriffen. Unter anderem konnten wir einen altersgerechten Ansatz für die digitale Bildung verteidigen, den wir als einen Schritt in Richtung einer besseren Zukunft für Kinder sehen.

Der Bericht ist die Antwort des EP auf den Aktionsplan für digitale Bildung der Europäischen Kommission, der ihre Vision für eine "hochwertige, inklusive und zugängliche digitale Bildung in Europa" für den Zeitraum 2021-2027 skizziert. Als Interessenvertreter in diesem Bereich hat ELIANT den Vorschlag für die Einhaltung des altersgerechten Ansatzes weiter gestärkt, indem wir unsere Forderungen untermauert haben. Unsere Petition für gesunde Medienerziehung wurde bis zum 20. März 2021 von 100 425 Menschen aus ganz Europa unterzeichnet.

ELIANT wird gemeinsam mit ECSWE den Prozess in Brüssel hinsichtlich der Umsetzung des Aktionsplans und dessen Halbzeitüberprüfung im Jahr 2024 weiter verfolgen.

Über die Petition

100 425 Menschen aus ganz Europa haben die von der Allianz ELIANT und dem Bündnis für humane Bildung organisierte Kampagne unterschrieben und fordern:

  • Das Recht auf bildschirmfreie Kindergärten und Grundschulen und den Erhalt der damit verbundenen Wahlmöglichkeit.
  • Lehrer und Erzieher sollen selbst entscheiden können, ob und zu welchem Zweck digitale Hilfsmittel in ihrer Arbeit eingesetzt werden. "Das gilt insbesondere für die ersten zwölf Jahre, in denen sich die sensomotorischen Fähigkeiten und die ersten Schritte zur sozialen und emotionalen Reife entwickeln", erklärten Prof. Ralf Lankau vom Bündnis für humane Bildung und Kinderärztin Dr. med. Michaela Glöckler, Präsidentin der Europäischen Allianz für angewandte Anthroposophie (ELIANT).

Zum Hintergrund

Die EU-Kommission hat einen "Aktionsplan Digitale Bildung (2021-2027)" verabschiedet. Im Kern geht es um die "Förderung eines leistungsfähigen digitalen Bildungsökosystems" und die "Verbesserung der digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen für die digitale Transformation". In diesem Zusammenhang betonen Lankau und Glöckler: "Bei der Digitalisierung müssen die menschlichen und lebensweltlichen Bildungsbedürfnisse der Kinder unbedingt berücksichtigt werden."

Das Bündnis und ELIANT anerkennen, dass Schulen digitale Kompetenzen vermitteln müssen, aber, wie Lankau sagt: "Alles zu seiner Zeit." Kinder haben ein Recht darauf, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln, ihre reale Umwelt durch Bewegung und kreatives Spiel zu meistern und alle ihre Sinne zu nutzen. Deshalb sollten Kindergärten, Kindertagesstätten und Grundschulen bildschirmfrei bleiben. Eine einseitige digitale Fokussierung sollte vermieden werden. Dr. Glöckler: "Nur im realweltlichen Zusammenspiel von sensorischen und motorischen Erfahrungen können Kinder gesund aufwachsen und sich in ihrer zeitlichen und räumlichen Umgebung sicher fühlen". Dadurch wird eine altersgemäße, körperliche und geistige Entwicklung möglich. Genau dieses Recht, Zeit für die Entwicklung zu haben, fordert die Petition.