Friedensforschung: Eine Frage von Selbsterkenntnis und sozialer Mitverantwortung

Entwicklungsziel Menschlichkeit –
Ostern 2026

Liebe ELIANT-Freundinnen, liebe ELIANT-Freunde

Ostern steht in diesem Jahr im Zeichen kriegerischer Auseinandersetzungen globaler Dimension. So scheint die Osterbotschaft, die von Frieden und Hoffnung spricht, vom Verständnis des Todes als Übergang zu einer geistigen Daseinsform und von der Einsicht, dass der Sinn des Lebens die Entwicklungschance ist, menschlich zu werden, noch weiter in die Ferne zu rücken. Doch das Gegenteil ist wahr: Immer mehr Menschen realisieren, dass gerade angesichts des Unmenschlichen, das uns umgibt, Sinn und Ziel eines menschenwürdigen Lebens umso bewusster werden.

Das erleben wir auch bei ELIANT so – wir haben in letzter Zeit Kontakt mit vielen Friedensinitiativen weltweit aufgenommen und freuen uns sehr, dass uns seit diesem Jahr die Mitgliedschaft im Ausschuss für interreligiösen und interkonfessionellen Dialog gewährt wurde. Dieser Ausschuss ist Teil der Konferenz der internationalen Nichtregierungsorganisationen beim Europarat. Durch diese Beteiligung kann ELIANT dazu beitragen, auch anthroposophische Perspektiven in multireligiöse Diskussionen über Menschenwürde, Bildung sowie den ethischen Umgang mit Technologie und Macht einzubringen.

Zudem beschäftigen wir uns schon länger mit der Frage, wie „Bedingungen für den Frieden“ geschaffen werden können. Wir lernen durch die Beziehungen zu Organisationen und Initiativen der Friedensforschung und -förderung sowie durch das Studium ihrer Arbeitsperspektiven ständig dazu – insbesondere auf den Gebieten der Regierungsführung bzw. eines menschenwürdigen Umgangs mit Macht, der Inklusion von Minderheiten, der interkulturellen und interreligiösen Zusammenarbeit sowie der ökologischen Mitverantwortung jedes Einzelnen.

Ita Wegman (1876–1943), die erste anthroposophische Ärztin und enge Mitarbeiterin von Rudolf Steiner, sagte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, dass die Zeit der Kriege vorbei sei – wir müssten lernen, die Konfliktpotenziale von der wirtschafts- und machtpolitischen Ebene auf die Ebene „geistiger Auseinandersetzungen“ zu heben, wo es darum geht, unterschiedliche Interessen und Meinungen zu verstehen und Lösungen zu finden, von denen alle profitieren können.

Einzelpersonen und Gemeinschaften können lernen, Freude daran zu finden, sich gegenseitig zu unterstützen, anstatt miteinander zu konkurrieren. Aus der Sicht von ELIANT entsteht dauerhafter Frieden, wenn Menschen durch frei gewählte Wege der inneren Entwicklung Selbsterkenntnis und moralische Integrität pflegen, wenn für alle gleiche Rechte gelten – und wenn sich das Wirtschaftsleben an gesundem Kreislaufdenken und an der Solidarität mit dem Leben unseres Planeten ausrichtet. Diese Prinzipien stehen im Einklang mit vielen zeitgenössischen Definitionen der Voraussetzungen für Frieden – und laden uns in einer Zeit großer Herausforderungen dazu ein, unseren Blick auf verbindende Ziele über kulturelle und politische Grenzen hinweg zu richten und diese zu verfolgen.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für die Osterzeit –
Michaela Glöckler und das gesamte ELIANT-Team

Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre Spende.

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