UNESCO’s Interesse an Waldorfpädagogik und der Freibrief für die neuen Gentechniken
Waldorfpädagogik und Unesco – in der Landwirtschaft wird eine rote Linie überschritten
Liebe ELIANT-Freundinnen, liebe ELIANT-Freunde
Die UNESCO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit der Aufgabe, durch internationale Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation den Weltfrieden und die Sicherheit zu fördern. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Zukunft der Bildung und die Friedenserziehung. Zu den aktuellen Bildungsprioritäten der UNESCO gehören digitales Lernen und KI in der Bildung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung und Friedenserziehung – Themen, die auch für unseren Allianz-Partner ECSWE dringende Herausforderungen für Schulen darstellen. Angesichts dieser Übereinstimmungen zeigte die UNESCO Interesse an einem strukturierten Treffen und am Dialog mit Vertretern der Steiner-Waldorf-Pädagogik und hat unseren Allianzpartner ECSWE und deren nationale Vertreter der Steiner-Waldorf-Pädagogik am 29. Mai 2026 zu einem Besuch im UNESCO-Hauptsitz in Paris eingeladen.
Die aktuelle Bildungspolitik der Waldorfschule und der UNESCO
Die drängenden wirtschaftlichen, geopolitischen, ökologischen und gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit erschweren es Kindern und Jugendlichen, sich für ihre eigene Entwicklung zu begeistern und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Bildungssysteme spielen eine wichtige Rolle bei der Befähigung von Kindern und Jugendlichen, zu leben und zu lernen, indem sie ihnen ein sicheres Umfeld für ihre Entwicklung schaffen. Die Bedeutung von Lehrkräften und ihre entscheidende Rolle für den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen wurde in den Hauptvorträgen von Margareta Van Raemdonck (ECSWE), Cecilia Barbieri (UNESCO) und Matthew Thomas (UNESCO) hervorgehoben.
Das ECSWE-Team, nationale Vertreter der Steiner-Waldorf-Pädagogik aus 19 Ländern und UNESCO-Vertreter nahmen an dieser wichtigen Veranstaltung teil. Mit dem Treffen konnte die bisherige gute Zusammenarbeit weiter vertieft und ausgebaut werden.
Neue Gentechniken ohne Kennzeichnung!
Wir haben Sie in den vergangenen Monaten über die bevorstehende Abstimmung im EU-Parlament informiert. Am 17. Juni 2026 hat das Europäische Parlament entschieden, dass die mit Hilfe der neuen Gentechnik veränderten Sorten/Produkte ohne Risikoprüfung, ohne Kennzeichnung und ohne Rückverfolgbarkeit auf den Markt kommen. Bürger werden bei konventionellen Produkten nicht mehr informiert sein, ob Gentechnik in ihrem Essen ist oder nicht. Diese Entscheidung des EU-Parlaments ist ein Bruch mit dem europäischen Vorsorgeprinzip, einem der wichtigsten Grundpfeiler der europäischen Gesetzgebung. Damit ist definitiv eine rote Linie überschritten worden und die Bürger verlieren mit diesem Entscheid eine für das Leben wichtige Wahlfreiheit.
Es wird aber noch die Kennzeichnung des Saatguts geben. Diese ist sowohl für Landwirte als auch für Züchter wichtig, denn Saatgut ist die Grundlage eines souveränen Ernährungssystems.
Demeter und der Biosektor bleiben gentechnikfrei
Der gentechnikfreie Sektor wie Demeter und Bio bleiben bei ihrer Position: neue Gentechnik bleibt weiterhin verboten. Die verschiedenen Akteure bereiten sich jetzt schon vor, um weiterhin gentechnikfrei arbeiten und gentechnikfreie Lebensmittel anbieten zu können. Sie stützen sich dabei auf die Kennzeichnung des Saatguts sowie auf die Leistungsfähigkeit der Natur, auf vielfältige Fruchtfolgen, robuste Sorten und züchterische Innovation statt auf technische Eingriffe ins Erbgut. So schaffen sie die Grundlagen für eine widerstandsfähige Lebensmittelwirtschaft, die das Ernährungssystem auch für die Zukunft stark macht.
Wir danken dem Biosektor und Demeter herzlich für ihre grossen Anstrengungen, ihre Produkte frei von jeglicher Gentechnik zu halten.
Mit herzlichen Grüssen, auch vom ganzen ELIANT Team
Ihre Michaela Glöckler
Für Ihre Spende zur Unterstützung unserer Arbeit danken wir sehr.

